s´Kieneck

de Enzianhitt´n auf 1107m

Geschichtliches über de Hitt´n

Tafel

Die am 4.Juli 1897
stattgefundene
Weihe der „Enzianhütte“
am Kieneck 1107m
verfasst von
Otto Banet

Im Hochsommer 1896 machten mehrere Mitglieder die Wanderung vom Unterberg nach Furth und rasteten, vom Wege abweichend, auf dem Rücken des nächsthöheren „Kieneck“.

Damals war es, dass unser rühriges Mitglied, Herr Schmid, diesen aussichtsreichen Berg als Gebiet zur Entfaltung unserer Schaffenskraft vorschlug, und damit den Anstoß zu dem heute vollendeten Werke erregte. Mit Feuereifer trat nach Genehmigung des Plenums der Bauausschuß in Tätigkeit und war es besonders dessen Obmann Herr Franz Ed. Matras, der zufolgt günstigere Verbindung mit Herrn Panzenbeck vulgo „Karnerwirth“ die Vorarbeiten mit den Anrainern und Grundeigentümer in möglichst kurzer Zeit zu Ende führte. Auch die kostenfreie Zeichnung der Baupläne besorgte er und trat so mit einem fixen Projekt vor die Vollversammlung. Die nach Erwägung des Kostenpunktes und der Ausführung den Vorschlag einstimmig annahm. Nicht geringe Mühe kostete es, den Zimmermeister Strebinger, der den Bau übernommen hatte, unseren Wünschen geneigt zu machen. Nach einigen Terminverlängerungen, die trotz Anwendung von Zwangsmaßregeln unausweichlich waren, konnten wir endlich den 4.Juli als Eröffnungstag festsetzen. Die umfangreiche Arbeit der Cirkularversendung ging dank dem Zusammenwirken mehrerer Mitglieder prompt von statten, als abermals die peinliche Frage auftauchte, ob die Arbeiten auch zu Ende gebracht werden. Da zeigte es sich nun recht was Ehrgeiz und Liebe zur Gesellschaft hervorbringen können, denn eine volle Woche brachte Herr Winter sen. auf der Höhe zu um anzuordnen und anzueifern, und der Tatkraft desselben ist es zu danken, daß nicht ein nochmaliger Aufschub notwendig wurde.

Und so kam dann rascher als erwartet der bedeutungsvolle Tag heran, der bestimmt war, das Wert unseres Strebens und Schaffens der Öffentlichkeit zum Gemeinnutz zu übergeben.

Schilderer dieses trat nach kurzem Aufenthalt beim Panzenbeck den Weg nach dem „Viehhofgraben“ an, um einige Utensilien zur Hütte zu schaffen, woselbst er gegen 2 Uhr nachts bei Sturm und heftigen Blitzen anlangte.

Am frühen Morgen des Festtages war der Himmel etwas bewölkt, der Ausblick jedoch sehr rein, scharf hoben sich die fernen Gipfel vom Rande desHüttenweihe 4.Juli1897 Firmaments ab und das näher Massiv des Schneeberges schimmerte im rosigen Lichte der der aufgehenden Sonne. Im Verein mit Ehepaar Matras und Familie Winter, die ebenfalls in der Hütte nächtigten, wurde das von den Damen bereitete Frühstück eingenommen, hierauf die vom Sturme arg zerzausten Reisiggirlanden geordnet und der Gastraum für den Weihakt geschmückt. Leider begann es gegen 7 Uhr leicht, dann heftig zu regnen und dichter Nebel hüllte uns ein, gerade zur selben Zeit, als alle Festgäste im Aufstieg durch den „Viehofgraben“ begriffen waren. Es wurden besonders diejenigen Damen von dem Unwetter hart mitgenommen, welche nur in leichter Sommertoilette erschienen. Dem Zweck des Schutzes entsprach der Bau am ersten Tage bereits vollkommen! Es entwickelte sich am Festplatze schon gegen 8 Uhr ein reges Treiben und des Karnerwirtes Mannen hatten vollauf zu thun, um den vielen Anforderungen zugenügen. Besonders der untere Raum bot ein lebhaftes Bild, wo dicht gedrängt sitzend und stehend die Mehrzahl der Besucher sich aufhielt, während die Übrigen in den Vorräumen und auf den Stiegen Platz fanden, als draußen die Wolken sich plötzlich zerteilten und der weichende Nebel den herrlichen Rundblick freigab. Nachdem Hochw. Erasmus Hofer, Pfarrer von Pernitz, angekommen war, begann die Eröffnungsfeierlichkeit. Eingeleitet wurde selbe durch die von unserem Obmann Herrn Franz Ed. Matras gehaltene Festrede, welche mit der herzlichen Begrüßung der trotz ungünstigen Wetters so zahlreich erschienen Gäste begann.

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